Es war einmal … ein Rendezvous mit der Concorde (3)

Der 17. August 1996 sollte für meine Eltern und mich ein ganz besonderer Tag werden. Um 8:50 starteten wir von Boston mit Flug DL 4417 in Richtung New York JFK, wo wir auch planmässig landeten. Wie soll man sagen, die Stewardess hatte an uns einen „Narren gefressen“ und gab sich alle Mühe uns mit Getränken, Chips und Crackern bei Laune zu halten (… wir bedankten uns mit einem Dankesbrief an die Airline, die tatsächlich beantwortet wurde …). Aber der Tag hatte noch mehr mit uns vor…

USA-19960817-Concorde

Nach der Ankunft sassen wir am Gate für den Weiterflug, als einer von uns plötzlich die Concorde auf der Rollbahn sah…

Gebannt, wie der Hase vor der Schlange starten wir auf das Rollfeld und überhörten dabei beinahe den Aufruf zu unserem Weiterflug nach Buffalo (NY). Nur noch knapp erwischten wir den Flug DL 4340 um festzustellen, dass dieselbe nette Stewardess mit demselben „Captain Scarface“, den wir so nannten, weil der arme Kerl fürchterliche Akne hatte, uns weiter flog.

Als wir unsere Reiseflughöhe erreicht hatten, fragte ich freundlich bei Mama nach, ob sie mir doch bitte die Mappe mit all unseren Reise-Unterlagen geben könnte – sie verneinte. Also rutsche ich rüber in Papas Sitzreihe und stellte ihm dieselbe Frage – leider verneinte auch er. Nach kurzem Rundum-Check, ob ja keiner von uns wohl den anderen „zum Narren halte“, stellte wir beklemmt fest, dass „Madame Concorde“ uns so aus dem Häuschen gebracht hatte, dass keiner mehr an die Reise-Unterlagen-Mappe zwischen unseren Stühlen am Gate gedacht hatte. Sie stand immer noch seelenruhig am Gate in New York JFK und von elektronischen Tickets oder Web-Checkin waren wir noch weit entfernt. Die Mappe war die Lebensader unsere kompletten USA-Reise mit Flugtickets, Buchungsbestätigungen und allem Pipapo.

Lange Rede kurzer Sinn, unsere Lieblings-Stewardess rettete mit einem Funkspruch unsere rote Mappe gerade noch vor der Sicherheitssprengung am Flughafen NY JFK und veranlasste auch, dass sie uns mit dem letzten Abendflug nach Buffalo folgte. Nun hatte sich die junge Dame den Dankesbrief erst recht verdient …