Kleiner Auslöser – grosse Wirkung

20120611-A380Eigentlich fing alles damit an, dass ich unbedingt mit einem Airbus A380 fliegen wollte. Also plante ich meinen Rückflug aus den USA über San Francisco, weil Lufthansa von dort nach Frankfurt einen A380 einsetzt.

Um das Erlebnis perfekt zu machen, leistete ich mir einen Upgrade (mit Meilen) in die Business Class. Während des Boarding’s wurde das Flugzeug noch betankt, sodass mich eine Stewardess darauf aufmerksam machte, dass ich mich noch nicht anschnallen dürfe. Wir verliessen das Gate schlussendlich ca. 30 Minuten zu spät, da wohl eine Pumpe bei einem Tanklastzug nicht richtig funktionierte und der Riesenvogel einfach nicht schnell genug betankt werden konnte.

Auf dem Weg zur Startbahn stoppte der Kapitän dann unseren A380 auf einem Zubringer und erklärte uns, dass wir eigentlich parat zum Start wären, er aber nicht auf die Startbahn dürfe solange nicht alle Passagiere sich niedergesetzt hätten. Und – in der Economy Class würde sich ein Passagier weigern sich hinzusetzen …

So standen wir ca. 30 Minuten „sinnlos in der Gegend rum“ bis wir zum Gate zurückrollten. Der „aufmüpfige“ Passagier wurde der Flughafenpolizei übergeben und die gesamte Economy Class Crew musste zur Zeugenaussage das Flugzeug verlassen. So ging es erst mit etwa 2 Stunden Verspätung endlich in Richtung Frankfurt los.

Der Flug verlief ereignislos, allerdings konnten wir nur ca. 30 Minuten der Verspätung aufholen. Diese führte dann zu einer Umsteigezeit von 25 min in Frankfurt – welche schlichtweg nicht zu schaffen war. Dies führte dazu, dass ich – gemeinsam mit mehreren anderen Passagieren – gerade zum neuen Gate kam, als dieses geschlossen wurde. Wir wurden auf einen anderen Flug umgebucht und gingen zum neuen Gate.

Dort stand allerdings 15 min vor unserer Boardingzeit noch ein „falsches“ Flugzeug und so mussten wir noch einmal das Gate wechseln. Unser Flug war überbucht und so bot Lufthansa umsteigewilligen Passagieren Geld dafür an, einen späteren Flug zu nehmen. Ich hatte ich dafür gemeldet, schlussendlich passten aber wohl doch alle Passagiere ins Flugzeug nach Zürich.

Nach dem Boarding bedankte sich der Kapitän für das schnelle und reibungslose Boarding, allerdings sei das Gewitter über Frankfurt „doch schneller gewesen“ und so wurden alle Flug- und Bodenbewegungen eingestellt. Während der nächsten 45 Minuten hagelte und regnete es wie verrückt und an ein Abheben war garnicht zu denken. Die Crew servierte Getränke und kleine Snacks. Allerdings war es für mich als 105kg-Mann ziemlich ungemütlich auf dem Mittelsitz zwischen  2 ähnlich „gut gebauten“ Herrn…

Als das Gewitter vorbei war, bekamen wir einen Abflug-Slot zugeteilt – in 50 Minuten! Also durften Passagiere, die nicht mehr nach zürich fliegen wollten aussteigen. Eine Möglichkeit, die einige annahmen. Nach ca. 30 Minuten wurden wir ca. 30 Meter von Gate zurück  gestossen, um dann zu erfahren, dass einem ausgestiegen Passagier ein Gepäckstück fehlte, welches noch aus dem Bauch der Maschine geholt werden musste – also retour ans Gate. Weitere 25 Minuten später ging es ab auf die Startbahn und kurz nach dem Abflug wurde uns mitgeteilt, dass es aus Sicherheitsgründen keinen Essens- und Getränke-Service auf dem Flug geben würde.

Nach einem sehr unruhigen Flug landeten wir in Zürich beinahe seitwärts (Kompliment an den Piloten). Ich verpasste meinen Zug um ca. 2 Minuten … am Zielort angekommen hatte das zuvor angerufene Taxi-Unternehmen vergessen mich abzuholen und so erreichte ich mein Zuhause mit knapp 7 Stunden Verspätung.

Danke an den netten Passagier aus der Economy Class, der diese Kettenreaktion mit seinem unmöglichen Verhalten in San Francisco ausgelöst hatte – es ist wohl besser, wenn wir uns nie begegnen!